Drei Wochen lang verwandelte sich der Alte Markt in Hachenburg in einen besonderen, hyggeligen Winterort. Unter dem Titel Winterhygge entstand vom 15. Januar bis 7. Februar ein atmosphärischer Treffpunkt, der zum Entspannen, Entschleunigen und Genießen einlud und damit in der sonst ruhigen Winterzeit spürbar Leben in die Innenstadt brachte.
Ein kleiner Winterwald mit Tannenbäumen, Lichterketten und weichem Hackschnitzelboden schuf eine warme, behagliche Atmosphäre. Ergänzt wurde das Erlebnis durch kurze Geschichten über Hachenburger Persönlichkeiten, die im Winterwald entdeckt werden konnten. Gezielte Akzente setzten die beiden Wintertreffs am 15. und 29. Januar, die den Alten Markt jeweils am späten Nachmittag und frühen Abend zu einem lebendigen, zugleich entspannten Treffpunkt machten. Ausliegende Lammfelle und knisternde Feuerstellen sorgten für zusätzliche Gemütlichkeit, besonders jedoch die ruhigen Musikklänge wurden von den Gästen sehr geschätzt und unterstrichen den entschleunigten Charakter des Projekts.
Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, bei warmen und kalten Getränken sowie kleinen Speisen auf dem Alten Markt zu verweilen und die besondere Stimmung zu genießen. Das bewusst klein gehaltene Format ohne Trubel kam in der Bevölkerung sehr gut an und lud zu Begegnungen und Gesprächen in entspannter Atmosphäre ein. Auch Vereine und lokale Händler beteiligten sich aktiv am Projekt und nutzten die Veranstaltungsfläche, um Kunst und Produkte zu präsentieren, durch Verkaufsaktionen Spenden zu sammeln oder eigene Angebote wie einen Hyggeabend oder eine Fackelwanderung umzusetzen.
Ein besonderes Highlight von Winterhygge war die kostenfrei nutzbare Eisstockschießbahn, die während der gesamten Laufzeit rege genutzt wurde. Während sich abends vor allem Freundesgruppen und Familien trafen, um gemeinsam gesellige Stunden zu verbringen, wurde die Bahn vormittags insbesondere von Schulklassen aus Hachenburger Schulen genutzt. So entwickelte sich der Alte Markt auch tagsüber zu einem lebendigen Ort und erhielt in der tristen Winterzeit eine neue, fröhliche Dynamik.
Winterhygge verstand sich bewusst nicht als klassische Veranstaltung, sondern als offen zugänglicher Ort der Ruhe, Begegnung und Inspiration. Dieses Konzept fand großen Zuspruch in der Bevölkerung und wurde durchweg positiv aufgenommen. Entwickelt wurde das Projekt im Rahmen der Innenstadt-Impulse von einem gemeinsamen Aktionskreis aus Gewerbetreibenden, Bürgerinnen und Bürgern sowie der Stadt Hachenburg.
Mit Winterhygge wurde erstmals ein Format dieser Art in Hachenburg und der Region umgesetzt. Die Stadt hat damit erneut gezeigt, wie durch kreative und zeitgemäße Ideen neue Aufenthaltsqualität geschaffen und die Innenstadt nachhaltig belebt werden kann. Auch wenn Winterhygge nun in die närrische Karnevalszeit übergeht, ist eines sicher: Hachenburg war nicht zum letzten Mal hyggelig, denn der Hauch von skandinavischem Lebensgefühl im Westerwald hat viele Herzen gewonnen.