Mittelalterliche Kunst „vor der Haustüre“ | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Neue Veröffentlichung zu den romanischen Dorfkirchen des Westerwaldes erschienen

Mittelalterliche Kunst „vor der Haustüre“

Burgen, Ritter, glanzvolle Turniere, prächtige Klöster und ummauerte Städte gehören zu den Assoziationen, die man mit dem Mittelalter verbindet. Vielfach außer Acht gelassen werden die Kunst- und Geschichtsdenkmäler des Mittelalters vor der eigenen Haustüre. Es handelt sich um mittelalterliche Dorfkirchen, die in unserer Wahrnehmung wie auch in der Ansprache als „Kunstwerke“ sicherlich weit hinter der großartigen Abteikirche des Klosters Marienstatt rangieren, aber ebenso eindrucksvoll Zeugnis von der Religiosität unserer Vorfahren ablegen.

Gerade im Umland von Hachenburg stößt man auf zahlreiche gut erhaltene romanische Kirchen, von denen hier nur auf die St. Bartholomäuskirche in Hachenburg-Altstadt, Dreifelden, Höchstenbach und Kroppach verwiesen sei. Zumeist in exponierter Lage innerhalb des Dorfes, bestimmen bis heute die Kirchtürme das Landschaftsbild des Hachenburger Westerwaldes. Noch eindrucksvoller müssen die steinernen Kirchen in jenen Zeiten gewirkt haben, als sie lediglich von den bescheidenen Fachwerkbauten der bäuerlichen Bevölkerung in den Dörfern umgeben waren.

Das nun vorliegende Heft 11 der Schriften des Stadtarchivs Hachenburg sprengt geographisch den Rahmen des Hachenburger Umlandes und nimmt die mittelalterlichen Kirchen des gesamten Westerwaldes in den Blick. Auf 84 Seiten werden in Text und Bild die Grundzüge der geschichtlichen Entwicklung der Sakralbauten nachgezeichnet, Kirchentypen vorgestellt und das wechselvolle Schicksal der ältesten Steinbauten in den Dörfern thematisiert. Folgen Sie dem Autor auf einer spannenden Zeitreise durch die Jahrhundert. Spüren Sie dem Schicksal uralter Taufsteine nach, die im Zuge der Reformation aus vielen sakralen Räumen entfernt, als Blumenkübel, Viehtränken und Schweinetröge zweckentfremdet und häufig erst im 19. und frühen 20. Jahrhundert als herausragende künstlerische Ausstattungsstücke in die Kirchen zurückgekehrt sind. Der Blick richtet sich nicht nur auf die noch heute beeindruckende Architektur der Kirchen, sondern auch auf die zum Teil erhaltenen bzw. rekonstruierten mittelalterlichen Wandmalereien. Heft 11 der Schriften des Stadtarchivs (Umfang 84 Seiten; zahlreiche Farbabbildungen; Verbreitungskarte) ist bei der Stadtverwaltung Hachenburg (Perlengasse 2), im örtlichen Buchhandel und im Museumsshop des Landschaftsmuseum Westerwald in Hachenburg zum Preis von 8 € erhältlich.