Carl-Otto Ames und Ottmar Schneider für außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement geehrt.
Eine besondere Tradition gehört zum Kirmesmontag in Hachenburg: Im Rahmen des Kirmesfrühschoppens wird alljährlich der „Bürger des Jahres“ ausgezeichnet. In diesem Jahr fiel die Wahl auf zwei Hachenburger, die sich mit großem persönlichem Einsatz für die Wanderwege rund um die Löwenstadt engagieren: Carl-Otto Ames und Ottmar Schneider.
Wir alle laufen die Wanderwege rund um unsere Heimat oder auch im Urlaub gerne und freuen uns über gut ausgeschilderte und gepflegte Wege. Doch dass diese selbstverständlich gut begehbar und leicht zu finden sind, kommt nicht von ungefähr. Im Hintergrund kümmern sich engagierte Menschen darum, laufen die Wege regelmäßig ab, achten auf ihren Zustand und sorgen dafür, dass Mängel behoben werden. So auch bei den Hachenburger Löwenspuren: Die drei zertifizierten Spazier- und Wanderwege führen rund um und durch Hachenburg, gehören zu den „Kleinen Wällern“ und sind aus einem Bürgerprojekt entstanden.
Als Wanderpaten kümmern sich die beiden seit Jahren um die Hachenburger Löwenspuren – und gehen dabei weit über das hinaus, was ihre ehrenamtliche Aufgabe eigentlich vorsieht. Carl-Otto Ames betreut die rote Löwenspur, Ottmar Schneider zunächst die blaue und inzwischen zusätzlich die orange Löwenspur.
Eigentlich müssten die Wege lediglich zweimal jährlich kontrolliert werden. Doch Carl-Otto ist mindestens alle zwei Wochen, häufig sogar wöchentlich, unterwegs. Auch Ottmar kontrolliert seine Wege regelmäßig. Dabei achten beide nicht nur auf die Beschilderung, bringen bei Bedarf neue Markierungen an oder bessern aus. Sie melden auch zugewachsene Wege, umgestürzte Bäume oder andere Mängel und bringen eigene Ideen zur Verbesserung ein – etwa für zusätzliche Informationen oder sinnvoll platzierte Rastmöglichkeiten.
Auch Müll, den andere achtlos zurücklassen, sammeln die beiden bei ihren Touren immer wieder ein. Bei Bedarf richten sie Umleitungen ein – so beispielsweise während der Baumaßnahmen an der Nistertalstraße. Ottmar entwickelte dafür eine alternative Wegeführung, beschilderte diese gut sichtbar und kümmerte sich nach Abschluss der Arbeiten ebenso selbstverständlich um den Rückbau der zusätzlichen Beschilderung.
„Carl-Otto und Ottmar machen ihre Aufgabe nicht einfach, weil sie sie übernommen haben. Sie machen sie, weil ihnen die Wege und ihre Stadt am Herzen liegen“, betont Stadtbürgermeister Stefan Leukel. „Dieses Engagement ist alles andere als selbstverständlich und verdient unsere besondere Anerkennung.“
Durch ihren Einsatz sind die Löwenspuren hervorragend gepflegt und gut ausgeschildert. Beschwerden über Zustand oder Wegführung gibt es nur selten – und wenn doch, kümmern sich die beiden meist umgehend darum. Auch andere Wanderwege wie der Druidenstein und der WesterwaldSteig bleiben dabei in ihrem Blick.
Ihr Engagement geht zudem weit über die Wanderwege hinaus. Ottmar ist als Stadtführer aktiv, beide beteiligen sich regelmäßig an städtischen Veranstaltungen und Workshops und bringen sich mit Ideen in die Entwicklung Hachenburgs ein. „Bei beiden merkt man, wie groß ihr Interesse an Hachenburg und ihrer Heimat ist. Sie wollen nicht nur, dass es schön und lebenswert ist – sie wollen sich einbringen und selbst mit anpacken“, so Leukel.
Mit der Auszeichnung zu den Bürgern des Jahres 2026 würdigt die Stadt daher zwei Menschen, die sich mit außergewöhnlicher Ausdauer, Eigeninitiative und viel persönlichem Einsatz für ihre Heimat einsetzen – oft im Hintergrund und ohne großes Aufheben darum zu machen.